|
||||||
Gewaltpräventionskonzept
Gewaltpräventionskonzeptan der Grundschule Eschershausen „Gibt
es Gewalt an unserer Grundschule?“ Diese Frage lässt sich nicht mit ja oder
nein beantworten. Wir leben in einem ländlichen Raum, wo es viele außerschulische
Kontakte untereinander gibt. So werden aufkommende Probleme und Streitigkeiten
häufig schon auf dieser Ebene gelöst. Während
der Unterrichtsstunden gibt es nur selten physische Gewalt in den Gruppen.
Häufiger werden Gegenstände versteckt, gelegentlich gibt es verbale
Beleidigungen.
„Schlimme“
Wörter und beleidigende Sätze, deren inhaltliche Bedeutung den Schülern oft
nicht klar ist, gibt es dagegen häufiger in den Pausen. Die
Zusammenarbeit mit den Eltern klappt in den meisten Fällen gut. Leider
gestalten sich Gespräche mit Erziehungsberechtigten von sehr aggressiven Schülern aber teilweise schwierig und eine
gemeinsame Arbeit und damit Hilfe für das Kind kann häufig nicht ausreichend
erreicht werden. Gegebenenfalls werden unsere Beratungslehrerin bzw. weitere
Beratungskräfte des Jugendamtes, der Erziehungsberatungsstelle usw. zu Rate gezogen.
Bei besonders schwerwiegenden Fällen können im Rahmen der Klassenkonferenz auch
weitere Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen beschlossen werden.
Entscheidend
für eine erfolgreiche Präventionsarbeit muss die Zusammenarbeit zwischen
Schule, Eltern und Schülern sein. Dazu gehört eine positive Atmosphäre, die auf
Respekt und Vertrauen basiert. Regelungen müssen von allen am Schulleben
beteiligten Personen akzeptiert und eingehalten werden, damit sich ein
positives Miteinander entwickeln kann. Konflikte sollen erkannt, besprochen und
möglichst selbständig (aber gewaltfrei) von den Kindern geklärt werden.
Gewaltprävention muss dabei das Selbstbewusstsein der Kinder stärken und ihnen
Kraft und Energie geben. Die Schüler sollen lernen Rücksicht zu nehmen, mit
Streit umzugehen, sich gegenseitig zu akzeptieren und zu helfen. Die
Regeln für einen rücksichtsvollen Umgang miteinander werden im Klassenverband
erarbeitet. Dazu bieten sich folgende Unterrichtseinheiten an: „In der
Altersgruppe“, „Mein Schulweg“ oder „Wir fahren Bus“ im Rahmen des Sachunterrichts
sowie„Miteinander leben“und „Streiten/sich vertragen“ im Rahmen des
Religionsunterrichts. Zu
den präventiven Maßnahmen an unserer Schule gehört ebenfalls eine
bewegungsfreundliche Ausgestaltung des Schulgebäudes sowie eines Fußballhofes
mit Fußballtoren, Tischtennisplatten und Basketballkörben sowie eines
Spielplatzes mit diversen Spielgeräten. Ergänzt wird die Präventionsarbeit
durch Gesprächs- und Problemkreise zur Beilegung entstandener Konflikte. Eine
Erweiterung der gewaltpräventiven Maßnahmen an unserer Schule bildet eine neu
entwickelte Schulordnung. Außerdem ist das Gewaltpräventionsprogramm „FAUSTLOS“
angeschafft worden und wird im Unterricht eingesetzt. Gewaltpräventionsprogramm
„FAUSTLOS“: Für
die Lehrkräfte wurde begleitend eine Fortbildungsveranstaltung angeboten, in
der ein Überblick über das Curriculum gegeben wurde. Dabei wurden Ziele des
Programms erläutert und Unterrichtsstrategien anhand von Beispielen
demonstriert. Zu
den Leitlinien dieses Curriculums gehören die Förderung sozial-emotionalen
Lernens sowie die Verhinderung der Täterschaft als auch der Opferschutz. Gehemmte
Kinder, die häufiger Erfahrungen als Opfer machen, lernen damit sich in Konfliktsituationen
besser zu behaupten und somit zu schützen.Genau das bietet „FAUSTLOS“, die
deutsche Version des US-amerikanischen Programms „Second Step“. In den deutschsprachigen
Ländern liegt „FAUSTLOS“ als Grundschulversion seit 2001 vor und ist bis August
2004 bereits an mehr als 1000 Schulen erfolgreich eingesetzt worden. Für den
Einsatz im Unterricht gibt es einen Koffer mit einem Handbuch, diversen
Farbfolien und einem Anleitungsheft für die einzelnen Lektionen. Gegliedert
ist das Konzept in drei Einheiten: Empathieförderung, Problemlösung, Kontrolle
des eigenen Verhaltens sowie Umgang mit Ärger und Wut. Bei der Gesprächsführung
sollte berücksichtigt werden, dass das Erkennen von Gefühlen und ein
einfühlsames Zuhören von entscheidender Wichtigkeit ist. Diese Fertigkeiten werden
bei der Problemlösung in der zweiten Einheit angewendet. Sind Konflikte mit Wut
verbunden, bedarf es zusätzlicher Strategien, die sich in der dritten Einheit
finden. Das
Curriculum „FAUSTLOS“ für die Grundschule besteht aus 51 Lektionen. Sie sind
für jede Klassenstufe spezifisch und werden immer komplexer, sodass eine
altersadäquate und kontinuierliche Vermittlung sozialer Fertigkeiten
gewährleistet ist. „FAUSTLOS“
wird an unserer Schule ab dem Schuljahr 2006/2007 in allen Jahrgangsstufen
eingesetzt und jährlich evaluiert. Damit
die Wichtigkeit eines regelmäßigen Einsatzes deutlich wird, sind ca. 12
Unterrichtsstunden pro Schuljahr in jeder Klasse vorgesehen. Die
Koordination liegt vorrangig beim jeweiligen Klassenlehrer/ bei der jeweiligen
Klassenlehrerin. |
||||||
| Druckversion | Kontakt | Wegweiser | Impressum | ||||||