Unterrichtsqualität

 

Konzept zur Verbesserung der Unterrichtsqualität an der Grundschule Eschershausen (ab 2013)

Die internationalen Schulleistungsuntersuchungen haben deutlich gemacht, dass vor allen Dingen eine Veränderung des Unterrichts erforderlich ist, damit Kinder und Jugendliche den Anforderungen der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts gerecht werden können. Die Entwicklung der Unterrichtsqualität gehört daher zu den zentralen Aufgaben der Qualitätsentwicklung von Schule. Die Verbesserung der Unterrichtsqualität zielt im Kern auf einen Wandel von der Stofforientierung zur Entwicklung von Kompetenzen, die lebenslanges Lernen sichern und Anpassung an zukünftige Herausforderung ermöglichen. 

Zentrale Ziele sind:

1.)        Verbesserung der Lernkompetenzen von Schülerinnen und Schülern, damit sie zunehmend fachliche sowie fächerübergreifende Frage- und Problemstellungen eigenverantwortlich und selbst gesteuert bearbeiten können.

2.)        Befähigung der Lehrkräfte, ihren Unterricht auf der Grundlage der fachdidaktischen Anforderungen vielseitiger anzulegen und durch die Bereitstellung eines breiteren Angebots an Lernstrategien die Entwicklung der Lernkompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu fördern

Im Leitbild der Grundschule Eschershausen wird unter der Rubrik „Leitsätze zur Unterrichtsarbeit“ auf die Wichtigkeit des eigenverantwortlichen bzw. selbst gesteuerten Lernens ebenso wie auf das handlungsorientierte Lernen und auf die nach seinen Fähigkeiten bestmögliche Entwicklungsförderung eines jeden Kindes hingewiesen und zeigt den Stellenwert dieser Aspekte.

Nach der Durchführung der ersten Schulinspektion an unserer Schule Ende 2007 wurden trotz eines guten Inspektionsergebnisses zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität bzw. zur Schulentwicklung durchgeführt. Von einer Überarbeitung des Methodenkonzepts (und ausreichender Einarbeitung in die schuleigenen Arbeitspläne), der Verbesserung des Medienkonzepts (bessere Einarbeitung in die schuleigenen Arbeitspläne), Fortbildungen zum Thema Lehrerhandeln im Unterricht (Unterstützung eines aktiven Lernprozesses/Zielorientierung und Struktur des Unterrichts/Stimmigkeit und Differenzierung des Unterrichts) bis zu Fortbildungen zum Methodeneinsatz im Unterricht wurde intensiv an den Ergebnissen/dem Anschlusshandeln nach der ersten Inspektion gearbeitet.

Alle Themen sind in jedem Jahr im Arbeitsprogramm unseres Schulprogramms aufgenommen worden. Nach jedem Jahr wird die geleistete Arbeit ausgewertet. Komplett bearbeitete Themen werden in das Schulprogramm aufgenommen, noch nicht fertig gestellte Aspekte werden in das neue Arbeitsprogramm für das folgende Jahr übertragen.

Zu den genannten Themen (aber auch zu anderen Aspekten des Schullebens) wurde Ende 2009/Anfang 2010  sowie im Schuljahr 2012/2013 jeweils eine Evaluationsmaßnahme mit Befragungen der Schülerinnen und Schülern sowie der Erziehungsberechtigten (insgesamt ca. 62 Fragestellungen) durchgeführt. Zusätzlich wurden im Jahr 2012 speziell die Aspekte des Unterrichts in einer „kleinen Abfrage“ evaluiert. Es wurde nach den im Unterricht gestellten Anforderungen, nach den Unterrichtsmethoden, nach dem Anteil der „eigenen Aktivitäten“ sowie nach einem abwechslungsreichen Unterricht gefragt.

Hier wurde nunmehr sehr deutlich, dass die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit hinsichtlich einer Verbesserung der Unterrichtsqualität erfolgreich war. Die Ergebnisse in diesem Bereich waren bis auf wenige Ausnahmen positiv und zufriedenstellend.

Zu einem sehr ähnlichen Ergebnis kam auch die Schulinspektion im September 2013. Auch hier waren sehr zufriedenstellende Ergebnisse aus den Unterrichtseinsichtnahmen erzielt worden. Der Erfüllungsgrad aller Merkmale aus den Unterrichtsbeobachtungen lag deutlich über 80%.

Von fünf überprüften Kernaufgaben hinsichtlich der Schulentwicklung konnten drei mit der Qualitätseinschätzung „abgesichert“ und zwei mit „eingeführt“ bewertet werden.

Trotz dieses sehr guten Gesamtergebnisses wurden alle Verbesserungspotenziale, die sich aus der Inspektion ergeben haben, aufgelistet und in die (bereits auf Seite 1 beschriebenen) Arbeitsprogramme der folgenden Jahre aufgenommen.

Auszug aus dem Maßnahmenkatalog/aus dem Arbeitsprogramm für 2014/2015:

1.)    Überprüfung des Medienkonzepts hinsichtlich der tatsächlichen Umsetzung im Unterricht (Evaluation)

2.)    Überprüfung des Methodenkonzepts hinsichtlich der tatsächlichen Umsetzung im Unterricht (Evaluation)

3.)    Fortschreibung des Schulprogramms (erscheint automatisch in jedem Arbeitsprogramm)

4.)    Implementierung verbindlicher Konzeptionen, Projekte und Unterrichtsvorhaben in die schuleigenen Arbeitspläne.

5.)    Fachkonferenzarbeit zwecks kontinuierlicher Überprüfung und Weiterarbeit der SAP.

6.)    Erstellen eines Bilanzierungskonzepts/Durchführung einer Bilanzkonferenz

7.)    Ausweitung des in den Leitsätzen der Schule aufgeführten Teilbereichs der Elternmitarbeit

8.)    Vorgabe aus der Schulinspektion 2013: Anschlusshandeln aus dem Bereich 

            Unterricht:

Thema Unterrichtsorganisation: „Die Unterrichtszeit wird als Lernzeit genutzt“.

Thema Ziel- und Strukturklarheit: „Die Unterrichtsziele sind deutlich erkennbar“.

Thema Konsolidierung: „Die SuS reflektieren ihr Vorgehen bzw. ihre Ergebnisse“.

Thema „überfachliche Kompetenzen“: „Der Unterricht unterstützt den Erwerb von Medienkompetenz“ sowie „Die SUS organisieren den Arbeitsprozess eigenverantwortlich“. 

Die Evaluation zu den Themen „tatsächliche Umsetzung des Medienkonzepts“ sowie „tatsächliche Umsetzung des Methodenkonzepts“ ergab bei 14 Fragestellungen in elf Bereichen gute bis sehr gute Ergebnisse.

Verbesserungswürdig waren folgende Punkte:

-- Einsatz der „alten Medien“ (z. B. Nachschlagewerke) im Unterricht

-- Nutzung der Computer in den Gruppenräumen/Nebenräumen

-- Einsatz Medienwagen mit Laptop/Beamer in einzelnen Klassen nicht ausreichend

Die Ergebnisse wurden in Gesamtkonferenzen bzw. Dienstbesprechungen bearbeitet mit deutlichen Hinweisen auf die Veränderungspotenziale, aber auch mit eindeutiger Darstellung der überwiegend positiven Aspekte.

Eine neuerliche Überprüfung wird im Arbeitsprogramm für 2016 erscheinen.

Die Implementierung verbindlicher Konzeptionen, Projekte und Unterrichtsvorhaben ist Ende 2015 vollzogen. Die inhaltliche Bearbeitung der nachstehenden Konzepte ist in den schuleigenen Arbeitsplänen einzelnen Unterrichtseinheiten zugeordnet worden. In den jeweiligen Konzepten sind diese Unterrichtseinheiten ebenfalls aufgeführt:

-- Präventionskonzept zum Rauchen, Konsum alkoholischer Getränke und anderer Drogen

-- Schul- und Klassenregeln

-- Konzept zur Schülerbeteiligung am Schulleben

-- Medienkonzept

-- Methodenkonzept

-- Konzept zur Umweltbildung und Gesundheitsförderung

-- Gewaltpräventionskonzept

-- Curriculum Mobilität/Mobilitätskonzept 

In den letzten Jahren wurden Themen, die eigentlich Aufgabe von Fachkonferenzen gewesen wären, oft in Gesamtkonferenzen bzw. Dienstbesprechungen bearbeitet, um wirklich alle Kolleginnen/Kollegen zu jedem Thema informieren und beteiligen zu können. Nunmehr werden aber wieder (nach entsprechendem Hinweis aus der Schulinspektion) Fachkonferenzen durchgeführt. Schwerpunkte der Arbeit sind die Weiterentwicklung der SAP (fächerübergreifende Aspekte; außerschulische Lernorte…) sowie insbesondere die Erstellung von „Feinplanungen“ zu einzelnen Unterrichtseinheiten.

Die Vorgaben der Schulinspektion hinsichtlich eines Anschlusshandelns im Bereich Unterricht wurden in 2014 in Dienstbesprechungen bearbeitet. Maßnahmen wie z. B. genauere Beachtung der Themen anlässlich der regelmäßigen Unterrichtsbesuche durch den Schulleiter bzw. eine Einbindung in Evaluationsmaßnahmen in 2016 sind erfolgt bzw. folgen noch.

Die Themen „Durchführung einer Bilanzkonferenz“ sowie „Ausweitung der Elternmitarbeit“ mussten aus Zeitgründen auf das folgende Arbeitsprogramm verschoben werden.

Maßnahmen/Arbeitsprogramm für 2016:

-- Arbeitsaufträge an die Fachkonferenzen zwecks kontinuierlicher Überprüfung und   

    Weiterentwicklung der SAP. Arbeitsauftrag aus der Schulinspektion.

-- Fortbildung zum Thema „Inklusion“

-- Neuerliche Überprüfung des Konzepts zur Medienerziehung sowie des Methodenkonzepts 

    hinsichtlich der tatsächlichen Umsetzung im Unterricht (Arbeitsauftrag der 

    Schulinspektion). Zusätzlich als Auftrag der Schulinspektion aus dem Bereich Unterricht: 

    Thema „überfachliche Kompetenzen“/“Erwerb von Medienkompetenz“

-- Wiederholte Bearbeitung von Themen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität als  

    Arbeitsauftrag der Schulinspektion (Themen: Unterrichtsorganisation; Ziel- und 

    Strukturklarheit; Konsolidierung; überfachliche Kompetenzen)

-- Umfassende Evaluationsmaßnahme zur Unterrichtsqualität/Schulqualität (ca. 60 

    Fragestellungen)

-- Erstellen eines Bilanzierungskonzepts/Durchführung einer Bilanzkonferenz

-- Ausweitung des in den Leitsätzen der Schule aufgeführten Teilbereichs der Elternmitarbeit 

   (Arbeitsauftrag aus der Schulinspektion)

-- Überprüfung und Fortschreibung des Schulprogramms

-- Erstellen eines „Erziehungskonzepts“

 

Um den Unterricht einer Schule nicht nur intern überprüfen zu können, müssen neben den

Schüler-/Elternabfragen natürlich Vergleiche mit anderen Schulen vollzogen werden. Dies

wird an unserer Schule insbesondere durch eine genaue Auswertung der Ergebnisse aus den

Vergleichsarbeiten im dritten Schuljahrgang erreicht. In Dienstbesprechungen und

Gesamtkonferenzen wird einmal das Gesamtergebnis der Schule im Vergleich zum

Landesdurchschnitt betrachtet. Weiterhin werden die einzelnen Klassen untereinander und

wieder mit dem Landesdurchschnitt verglichen. In weiterführenden Gesprächen mit den

entsprechenden Klassen- bzw. Fachlehrkräften werden Ziele bzw. Verbesserungsmaßnahmen

formuliert. Beispiel: Werden in der Vergleichsarbeit Deutsch – Lesen Kinder in der Stufe 1

dokumentiert, wird die Problematik mit der entsprechenden Lehrkraft besprochen. Im

Anschluss werden die betreffenden Kinder nochmals genau getestet, um einerseits die

Zuverlässigkeit des Ergebnisses der Vergleichsarbeit zu kontrollieren und andererseits

entsprechende Fördermaßnahmen festzulegen bzw. zu intensivieren. 

Weitere wichtige Daten, die regelmäßig aufgezeigt und besprochen werden, sind/waren

einmal (bis 2015) die Zahlen der Schullaufbahnempfehlung und die Rückmeldungen der

weiterführenden Schulen nach zwei Jahren (Prognosesicherheit an unserer Schule lag im

Durchschnitt bei 91,2%). Ab 2016 werden wir natürlich auch weiterhin die Entscheidungen

der Erziehungsberechtigten hinsichtlich der Anmeldungen an weiterführenden Schulen

beobachten, um eventuell eigene Erkenntnisse daraus abzuleiten.  

Weiterhin werden regelmäßig die Wiederholerquoten in den einzelnen Jahrgängen und

Klassen erhoben und ausgewertet. Die Wiederholerquoten sind seit Jahren sehr gering. Leider

handelt es sich hier sehr häufig um Kinder, die aus einem schwierigen häuslichen Umfeld

kommen und oftmals große Defizite in der Konzentrationsfähigkeit bis hin zur festgestellten

ADHS- Problematik aufweisen. Entsprechende Maßnahmen werden regelmäßig in den

Konferenzen zur „Dokumentation der Lernentwicklung“ besprochen, festgelegt und

durchgeführt.     

Auffällige Ergebnisse müssen in jedem Einzelfall hinterfragt und analysiert werden, um

Hinweise auf Verbesserungspotenziale zu erhalten.

Im Jahr 2016 soll eine erste Bilanzkonferenz durchgeführt werden.